18. März – Tag der politischen Gefangenen

Heute, zum 18. März 2019, erinnern wir an den Tag der politischen Gefangenen, den die Rote Hilfe im Jahr 1923 in Gedenken an die Opfer und Inhaftierten des Aufstandes der Pariser Commune 1871 zum Gedenktag erhoben hat. Im Jahr 1871 standen in Paris die Arbeiter*innen und Unterdrückten gegen die Herrschenden auf, um für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung zu kämpfen. Dabei wurden Zehntausende getötet und rund 13.000 Kämpfer*innen erhielten zumeist lebenslängliche Haft.

In den 1920er Jahren erinnerte die Rote Hilfe an die Kämpfe für eine freie und sozialistische Gesellschaft, frei von Repression und Unterdrückung, aber auch frei von Ausbeutung und Rassismus. Der Nationalsozialismus beendete diese Tradition. Erst in den 1990er Jahren gab es wieder Bestrebungen, den Tag der politischen Gefangenen anhand eines bundesweit durchgeführten Aktionstages wieder in der linken Bewegung zu verankern. Seit dem werden jährlich Aktionen, Demonstrationen und Veranstaltungen organisiert, um an die Situation der politischen Gefangenen aufmerksam zu machen und sich mit ihnen zu solidarisieren.

Auch in Potsdam spüren wir die Repression des Staates und werden Genoss*innen inhaftiert oder mit Ermittlungsverfahren überzogen, weil sie gegen Nazis und den staatlichen Rassismus kämpfen oder soziale Forderungen stellen. Erinnert sei hier an die vielfältigen Proteste gegen die AfD oder Pogida, aber auch an die städtischen und sozialen Kämpfe für den Erhalt der FH oder die Besetzung der Gutenbergstraße 67 im letzten Jahr. Hinzu kommt ein immer weiterer ausgebauter Repressions- und Überwachungsapparat, der mit der Verabschiedung des neuen Polizeigesetzes seine Befugnisse ausbaut.

Staatliche Repression und Gefängnis sind also keine abstrakten Vorstellungen, sondern können jede/n von uns treffen. All jene, die sich politisch engagieren und vor allem das herrschende System in Frage stellen, können in ihrer Freiheit eingeschränkt werden. Doch der 18. März, das Gedenken an diesen Tag und die Diskussion um staatliche Repression und Knast hilft nicht nur den inhaftierten Genoss*innen, sondern macht uns auch selbst erfahrener im Umgang damit. Deshalb, seid solidarisch, engagiert und achtsam! Keine Zusammenarbeit mit staatlichen Repressionsorganen!

Widerstand und Solidarität ist wichtig, innerhalb und außerhalb der Knäste!

Rote Hilfe Potsdam

Wichtiger denn je – tretet in die Rote Hilfe ein!

Alle Jahre wieder versucht der Staatsapparat mit der Forderung des
Verbots der Roten Hilfe und anderer linker Organisationen jedes allzu
grundlegende Aufbegehren gegen die Herrschaft von Kapital und Staat zu
kriminalisieren und so im Keim zu ersticken. Aktuell ist es das
Bundesinnenministerium unter Horst Seehofer (CSU), das die Rote Hilfe
e.V. verbieten möchte.

Gerade in Zeiten, in denen Polizeigesetze in allen Bundesländern und
auch in Brandenburg verschärft werden sollen, Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit wieder wachsen und linke Strukturen angegriffen
werden, ist Solidarität überlebenswichtig.

Die Rote Hilfe hat ihre Tradition im antifaschistischen Kampf der 1920er
Jahre. Heute hat sie in ihren 43 Ortsgruppen über 9000 Mitglieder im
ganzen Land. Durch die Solidaritäts- und Öffentlichkeitsarbeit für
betroffene linke Aktivist*innen ist sie mittlerweile zur größten linken
Organisation in Deutschland geworden, die weiterhin Mitglieder gewinnt.

Die Rote Hilfe gibt Hilfestellung im Fall von Ermittlungsverfahren oder
vor Gericht. Wir organisieren Veranstaltungen, vermitteln Anwält*innen
oder leisten finanzielle Unterstützung für Aktivist*innen. Ob bei
Anti-Pogida-Demos, Hausbesetzungen in der Potsdamer Innenstadt oder bei
Aktionen gegen die AfD: die Rote Hilfe unterstützt die Betroffenen.

Der Angriff auf die Rote Hilfe ist ein Angriff auf die
außerparlamentarische linke Arbeit, auf den Antirassismus, den
Antifaschismus und den Antikapitalismus. Zeigt euch solidarisch – tretet
in die Rote Hilfe ein!

Eure Rote Hilfe Potsdam
& Brandenburg Südwest