Alle Beiträge von Rote Hilfe OG Potsdam

Wichtiger denn je – tretet in die Rote Hilfe ein!

Alle Jahre wieder versucht der Staatsapparat mit der Forderung des
Verbots der Roten Hilfe und anderer linker Organisationen jedes allzu
grundlegende Aufbegehren gegen die Herrschaft von Kapital und Staat zu
kriminalisieren und so im Keim zu ersticken. Aktuell ist es das
Bundesinnenministerium unter Horst Seehofer (CSU), das die Rote Hilfe
e.V. verbieten möchte.

Gerade in Zeiten, in denen Polizeigesetze in allen Bundesländern und
auch in Brandenburg verschärft werden sollen, Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit wieder wachsen und linke Strukturen angegriffen
werden, ist Solidarität überlebenswichtig.

Die Rote Hilfe hat ihre Tradition im antifaschistischen Kampf der 1920er
Jahre. Heute hat sie in ihren 43 Ortsgruppen über 9000 Mitglieder im
ganzen Land. Durch die Solidaritäts- und Öffentlichkeitsarbeit für
betroffene linke Aktivist*innen ist sie mittlerweile zur größten linken
Organisation in Deutschland geworden, die weiterhin Mitglieder gewinnt.

Die Rote Hilfe gibt Hilfestellung im Fall von Ermittlungsverfahren oder
vor Gericht. Wir organisieren Veranstaltungen, vermitteln Anwält*innen
oder leisten finanzielle Unterstützung für Aktivist*innen. Ob bei
Anti-Pogida-Demos, Hausbesetzungen in der Potsdamer Innenstadt oder bei
Aktionen gegen die AfD: die Rote Hilfe unterstützt die Betroffenen.

Der Angriff auf die Rote Hilfe ist ein Angriff auf die
außerparlamentarische linke Arbeit, auf den Antirassismus, den
Antifaschismus und den Antikapitalismus. Zeigt euch solidarisch – tretet
in die Rote Hilfe ein!

Eure Rote Hilfe Potsdam
& Brandenburg Südwest

Der 18.3. ist unser Tag! Nazikundgebung verhindern!

An diesem Wochenende wollen Nazis in Potsdam eine Solidaritätskundgebung für einen wegen antisemitischer Beleidigungen verurteilten Neonazi durchführen. Das Datum, das sie sich dafür ausgesucht haben, ist der 18. März, der Tag der politischen Gefangenen. Dies ist nur ein weiterer, wenn auch besonders dummer Versuch von (Neo-)faschistInnen, sich Daten und Symbole linker Bewegungen anzueignen.

1923 erklärte die Internationale Rote Hilfe (IRH) den 18. März zum „Internationalen Tag der Hilfe für die politischen Gefangenen“. Das Datum wurde in Erinnerung an den Beginn der Pariser Commune am 18. März 1871 gewählt. Die Pariser Commune war ein Signal des Aufbruchs und der Hoffnung für die Linke weltweit. Entstanden während des Deutsch-Französischen Krieges verkörperte sie einen Gegenentwurf zu Nationalismus und Chauvinismus. In der Erinnerungskultur der ArbeiterInnenbewegung stand dieses Datum für das Gedenken einerseits an einen der ersten politischen Erfolge der revolutionären ArbeiterInnenbewegung und andererseits an die Opfer, die die Niederschlagung der Revolution in Paris kostete. 25.000 Menschen fielen dem konterrevolutionären Terror unmittelbar zum Opfer, weitere 3000 starben in den Knästen und 13700 wurden zu meist lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt. Nach der Niederschlagung der revolutionären Kämpfe Anfang der 1920er Jahre saßen weltweit wieder viele RevolutionärInnen im Knast, mussten untertauchen und wurden verfolgt. Um die Kämpfe gegen diese Verfolgung zu bündeln führte die IRH den Tag der politischen Gefangenen ein. Er war ein Symbol einer internationalen solidarischen Emanzipationsbewegung, die sich auch dem aufkommenden Faschismus entgegenstellte. In den Reihen der Roten Hilfe Deutschlands (RHD) engagierten sich viele Linke mit einem jüdischen Hintergrund, viele jüdische JuristInnen und Intellektuelle unterstützen die RHD.

Seit den 1990er Jahren begeht die Rote Hilfe als linke strömungsübergreifende Solidaritätsorganisation den 18. März wieder als Tag der politischen Gefangenen. An diesem Tag erinnern wir an Menschen, die wegen ihres Eintretens für eine Welt ohne Krieg, Ausbeutung und Rassismus in den Knästen sitzen. Wir stellen uns damit in die Tradition internationaler Kämpfe um Emanzipation.

Das Vorhaben der Nazis steht diesen Traditionen und damit der Idee des „Tages der politischen Gefangenen“ diametral entgegen. Als Rote Hilfe Potsdam rufen wir deshalb dazu auf, am 18. März die Nazikundgebung vor dem Landgericht Potsdam zu verhindern.